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Rosen und ihre besten Begleiter

Rosen und ihre besten Begleiter

Wollen Sie Rosen mit insektenfreundlichen Stauden kombinieren? Dann habe wir ein paar Ratschläge für Sie:

  • Die verwendeten Stauden sollten ähnliche Bodenansprüche stellen wie Rosen; da diese eher „fett“ stehen, sollte man mit z.B. Lavendel oder Sedum Abstand halten, eventuell noch den Boden mit grobem Sand oder Kies abmagern und durchlässiger machen. Bedenken Sie auch, dass bei gut gedüngten, lehmigen Böden Stauden höher werden als durchschnittlich angegeben.
  • Sie sollten es vermeiden, wuchernde, starke Ausläufer treibende und verdrängende Stauden in unmittelbarer Nähe zu Rosen zu pflanzen.
  • Achten Sie auf die „Wüchsigkeit“ der Rose: Schwachwüchsige Rosen sollten nicht mit Stauden mit starker Wurzelbildung kombiniert werden.
  • Bei starkwüchsigen großen Strauchrosen (z.B. Frühlingsserie von Kordes) sind auch wuchernde Stauden möglich (z.B. Lysimachia clethroides).
  • Halten Sie in der Pflanzung so viel Abstand, dass die Bodenbearbeitung um die Rose noch möglich ist. Pflanzen Sie z.B. Zwiebelpflanzen so, dass Sie beim Rosenschnitt noch an die Rose herankommen.
  • Stauden sollten die Rose nicht überwuchern; das Laub muss abtrocknen können.

Ein zunehmend wichtiger Aspekt der Beipflanzungen ist auch die Insektenfreundlichkeit:

  • Es ist zurzeit viel vom Insektensterben die Rede. Laut NABU 1/2016 ist allein in NRW die Biomasse der Fluginsekten in den letzten 15 Jahren um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Dem sollten wir, so gut es geht, in unseren Privatgärten entgegenwirken. Laut NABU entspricht die Fläche aller Privatgärten Deutschlands zusammen in etwa der Fläche aller Schutzgebiete.
  • Die meisten Rosen sind reine Pollenpflanzen, sie liefern keinen Nektar.
  • Bienen müssen aber morgens erst einmal „Flugbenzin“ (Nektar) tanken, bevor sie ans Pollensammeln gehen.
  • 30 Prozent der Bestäubungstätigkeit wird von Honigbienen (Apis melifera) ausgeführt, der Rest von Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten.
  • Mit Christrosen (Helleborus niger und foetidus) beginnt die Saison für Hummeln. Diese fliegen schon ab 6 °C, im Februar. Helleborus foetidus besitzt die Nektarhefe Metschnikowia reukaufii, durch die Vergärung des Nektars ist die Temperatur in der Blüte um 6 °C höher als in der Umgebung und der Blütenkelch dient als „Wärmestube“ für die Hummeln, die dafür auch in Kauf nehmen, dass der Nektar etwas weniger zuckerhaltig ist.

Akelei
   
 Akelei





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 Glockenblumen





Knautia macedonica   

 Knautia macedonica 
 




Thymian

 Thymian





Hier nun eine kleine Auswahl guter Begleitstauden für Rosen, hauptsächlich im Hinblick auf die Insekten:

  • Thymus serpyllum: Die Kronröhren sind nur ca. 2,5 – 4 mm lang und daher auch für kurzrüsselige Insekten und auch mehrere Wildbienen gut erreichbar.
  • Geranium sanguineum: heimische Art, breitbuschig wachsend, wenig anspruchsvoll und wichtiger sommerlicher Nektar- und Pollenspender auch für Schwebfliegen.
  • Euphorbia myrsinites: wächst niederliegend, wintergrün, fototoxischer Milchsaft. Futterpflanze für den Wolfsmilchschwärmer, dessen Raupe durch ihre bunte Färbung Fressfeinden ihre Giftigkeit anzeigt.
  • Digitalis purpurea: Heimische Wildstaude, 2-jährig, giftig. Die Raupen des Rotfingerhut-Blütenspanners leben ausschließlich auf Digitalis purpurea. Wenn eine Blüte leergefressen ist, wechseln sie zur nächsten. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die angefressene Blüte chemische „Hilferufe“ aussendet, woran eine Schlupfwespe erkennt, in welcher Blüte eine Raupe lebt, in die man ein Ei ablegen kann.
  • Scabiosa columbaria: Heimische Wildstaude, versamt sich. Sechsfleck-Widderchen „fliegen“ auf die Kombination von violett-blauer Farbe und Duft der Scabiosa.
  • Knautia macedonica: einheimische Wildstaude, versamt sich. Die Knautien-Sandbiene lebt ausschließlich von Knautien und Scabiosen.
  • Lychnis coronaria: kurzlebige Art, sät sich aber reichlich aus. Die Weibchen der Großen Wollbiene schaben die Pflanzenhaare ab, auch von Königskerze und Wollziest, formen Kugeln daraus und betten ihre Brut hinein.
  • Linaria purpurea: Dauerblüher, samt sich reichlich aus Der Leinkraut-Blütenspanner, ein Nachtfalter, legt seine Eier ausschließlich auf Leinkraut ab.
  • Centrantus ruber: wichtige Futterpflanze für das Taubenschwänzchen. Seine Raupen ernähren sich von Galium-Arten, u. a. auch vom Klettenlabkraut Galium aparine. Gut auch für Schmetterlinge, die mit ihrem dünnen Rüssel keinen Pollen aufnehmen können. In den röhrenförmigen Einzelblüten stehen die Staubgefäße so eng beisammen, dass die Schmetterlinge mit dem Rüssel den Pollen nach unten stoßen und dann „Suppe mit Einlage“ schlürfen können. Pollen ist sehr nahrhaft, in 100 Gramm Pollen ist so viel Eiweiß wie in 7 Eiern oder 500 Gramm Rindfleisch.
  • Akelei: eigentlich eine reine Blume für langrüsselige Hummeln. Kurzrüsselige Hummeln beißen den Blütensporn an und kommen so an den Nektar. Über diese „Einbruchsstellen“ kommen dann auch andere kurzrüsselige Insekten an den Nektar.
  • Campanula: poscharskyana und portenschlagiana als Polsterstauden, C. persicifolia, C. ranunculoides und C. punctata als mittelhohe Stauden und
    C. lactiflora und C. latifolia als hohe Begleitstauden. Glockenblumen sind sehr wichtig für oligolektisch (sich von einer Pflanzenart ernährende Bienen) auf ihnen lebende Wildbienen; z. B. die Scherenbiene Chelostoma rapunculi ernährt sich und ihre Brut ausschließlich von Nektar und Pollen von Glockenblumen. Wildbienen übernachten auch in den Blüten und verkriechen sich darunter bei Regen.
  • Armeria maritima: wintergrün, keine Ausläufer, langanhaltende Nektarquelle.
  • Helianthemum-Hybriden: wintergrün, nektarlose Pollenblume, von den Blättern leben die Raupen des Sonnenröschen-Bläulings.
  • Katzenminze: remontiert nach Rückschnitt, etwas Abstand halten, sät sich aus. Walahfrid Strabo (um 840 Abt des Klosters Reichenau im Bodensee) empfahl Rosenöl mit Katzenminze gemischt zur Wundbehandlung.


Text: Gabriele Szopa und Kevin Mölzner

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